Der Napoleon-Rundgang

Der Napoleon-Rundgang

Karte zum vergrößern anklicken

Am 19. März 1799 nahm Napoleon mit 13.000 Mann die Belagerung Akkos, der damaligen Hauptstadt Palästinas, auf.
Tatsächlich war sein Ziel die endgültige Eroberung des Landes, um dieses dem französischen Dauerstützpunkt in Ägypten anzuschließen und dort die türkische Festlandarmee zu vernichten, die entsandt worden war, um ihn aus Ägypten zu vertreiben. Ihm standen dafür etwa zwei Monate zur Verfügung, da er anschließend zurückeilen musste, um der Landung der türkischen Marine an der Küste Alexandrias zuvorzukommen.
Sechs Mal stürmten die Franzosen die Mauern der Stadt, ohne sie jedoch überwinden zu können. Ihre Kanonen, die sie gegenüber der östlichen Mauer positioniert hatten, waren nicht in der Lage, die noch von Daher al-Omar, der Mitte jenes Jahrhunderts in der Stadt herrschte, errichteten Befestigungen zu zerstören. Die Verteidiger der Stadt holten sich Hilfe beim britischen Admiral Sir William Sidney Smith, der angewiesen wurde, den Fall der Stadt Akko um jeden Preis zu verhindern.
Entsprechend beteiligten sich die Matrosen seiner Schiffe an der Verteidigung und sein höchstrangiger Ingenieur, der französische Oberst Phelippeaux, arbeitete unermüdlich an der Wiederherstellung der Mauer und am Ausbau ihrer Befestigungen. Er leitete die Aushebung von Gegentunnel gegen die französischen Tunnel, deren Hauptziel die Untergrabung des nordwestlichen Eckturms war, um Napoleon den Durchbruch und die Einnahme Akkos zu ermöglichen.
Der Durchbruch der Mauern misslang in erster Linie, weil die Belagerungskanonen, die Napoleon von den Schiffshecks abfeuerten ließ, allesamt von Smith erbeutet und auf den Mauern positioniert wurden. So hatte Napoleon seine schweren Kanonen nicht nur eigenhändig verloren, sie dienten nun auch noch dazu, ihn zurückzuwerfen.
Napoleon gab jedoch nicht auf und es gelang ihm sogar, die Stadt mit drei konzentrisch angelegten Belagerungsringen zu umgeben. Der innerste Ring reichte bis zum Stadtgraben. Im Laufe einer Schlacht am Berg Tabor vernichtete er die Armee des Pascha von Damaskus, die den Belagerten zu Hilfe geeilt war.
Die Bedingungen für die Eroberung der Stadt schienen ideal, als am 6. Mai eine ersehnte Lieferung von Belagerungskanonen aus Ägypten eintraf. Napoleon plante seinen Angriff für den Tag nach dem Eintreffen der türkischen Entsatzflotte, die sofort frische Truppen und unterschiedliche Waffen bereitstellte.
Dieses Mal leisteten die Kanonen gute Arbeit. General Lannes gelang es, durch eine Bresche in der östlichen Mauer in die Stadt einzudringen. Doch zu seiner Überraschung traf er auf eine innere Verteidigungslinie, die Phelippeaux im Schutz der Mauer entlang der gesamten östlichen Front aufgestellt hatte. Die französischen Truppen waren auf die Überwältigung eines weiteren Hindernisses nicht vorbereitet und wurden unter schweren Verlusten zurückgeschlagen.
Die Aufstellung der inneren Verteidigungslinie erfolgte mithilfe des jüdischen Beraters des Pascha, Minister Chaim Farhi, der die 8000-9000 Bewohner der Stadt in deren Verteidigung integriert hatte. 
Napoleon spürte, dass es ihm nicht gelingen würde, Akko mit seinen zahlenmäßig schwindenden Truppen zu einzunehmen, bevor die Türken in Alexandrien anlanden. Am 20. Mai machte Napoleon sich auf den Rückweg nach Ägypten und von dort nach Frankreich. Sein Traum eines Reichs im Orient war geplatzt. Und doch gilt der Feldzug als Beginn aller aktuellen Entwicklungen in unserer Region, einschließlich der Ausformung der zionistischen Bewegung.
 


Oben
Plan der Altstadt von AkkoPlan der Altstadt von Akko bei Google